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SPD Nordendorf VG.

SPD besucht den Caritasverband der Diözese Augsburg :

Arbeitsgemeinschaften

Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft 60plus der SPD Augsburg-Land

 

SPD besucht den Caritasverband der Diözese Augsburg

 

In einer sozialpolitischen Gesprächsreihe führt die Arbeitsgemeinschaft (ArGe) 60plus der SPD Augsburg-Land einen Gedankenaustausch mit den Wohlfahrtsverbänden. Kürzlich fand das zweite Treffen mit Dr. Andreas Magg, dem Direktor des Caritasverbandes der Diözese Augsburg, statt. „Was treibt sie um?“ fragte flapsig der Leiter der ArGe Thomas Weigel zu Beginn des Gesprächs Dr. Magg und seine Mitarbeiter Frau Schwarz, Herrn Hell und Herrn Dietl. Seitens der SPD waren auch die Landtagsabgeordnete Dr. Simone Strohmayr, Bezirksrat Wolfgang Bähner, Kreisrat und SPD-Landkreis-Vorsitzender Florian Kubsch, Juso-Landkreis-Vorsitzender Fabian Wamser und die ArGe-Bezirksvorsitzende Gertrud Lehmann, sowie ArGe-Vorstandsmitglieder Dr. Walter Mergner, Walter Ehmann und Walter Trettwer dabei.

Probleme sieht Caritas in der Kurzzeitpflege. Vor allem durch entlassene Krankenhauspatienten besteht eine große Nachfrage und die vorhandenen Plätze reichen oft nicht aus. Wegen der unterschiedlichen Auslastung ist das wirtschaftliche Risiko für die Träger groß. Gewünscht werden deshalb eine „Vorhaltegebühr“ und eine Beseitigung der Schnittstelle zwischen Pflege- und Krankenkassen. Ein Gesprächsschwerpunkt war natürlich auch der Kräftemangel im Pflegebereich. Zu dem Imageproblem der Berufe in der Altenpflege sagte Caritasdirektor Dr. Magg: „Die Pflege wird schlecht geredet“. Obwohl alle Plätze in den Fachschulen belegt sind, können freie Stellen oft nicht besetzt werden, da viele Kräfte diesen Beruf aufgeben. Die durchschnittliche Verweildauer von Fachkräften beträgt nur acht Jahre. Begründet ist dies nicht in erster Linie mit den Verdienstmöglichkeiten, sondern mit den ungünstigen Arbeitsbedingungen. Die Stellenschlüssel müssten dazu verbessert werden. Hinzu kommen die physischen und psychischen Belastungen des Berufes und nicht zuletzt die notwendige Schichtarbeit. Die Caritas will Mitarbeiter/-innen nicht nur gewinnen, sondern auch entwickeln und halten. Zusammen mit der Belegschaft wird ein Konzept erarbeitet: „Wie kann ein Arbeitgeber attraktiv sein?“ Auch Auszubildende werden intensiv begleitet. Problematisch ist oftmals die Personalgewinnung bei der Projektvergabe öffentlicher Stellen, bei denen Mitarbeiter nur befristet beschäftigt werden können. Die unterschiedlichen Verdienstmöglichkeiten in der Alten- und Krankenpflege werden eventuell durch die künftige „generalistische Ausbildung“ der Pflegeberufe homogenisiert.

Diskutiert wurde auch über das geplante „Landespflegegeld“ in Höhe von 1.000 Euro jährlich. Man befürchtet dabei eine Überforderung der Familie in der häuslichen Pflege. Auch über das Wohnungsproblem wurde gesprochen. Es mangelt an bezahlbarem Wohnraum und an speziellen Wohnungen für ältere und behinderte Menschen. Es müssen neue Wohnformen gefunden werden und in Augsburg gibt es bereits entsprechende Modelle. Thematisiert wurde auch das „Bundes-Teilhabe-Gesetz“, das die Bedürfnisse von Behinderten verbessert. Für die sozialen Träger sind allerdings die Umsetzung und der vorgegebene Zeitplan schwierig. Auch das „Pflege- und Wohnqualitätsgesetz“ verbessert die Situation von pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen in stationären Einrichtungen, wie z. B. der grundsätzliche Anspruch auf ein Einzelzimmer. Für die Einrichtungsträger sind die Vorgaben aber teilweise sehr starr und verhindern oftmals Innovationen.

Das Fachgespräch wurde von beiden Seiten als sehr informativ bewertet und der Dialog soll auf jeden Fall fortgesetzt werden.

 

Bild (Walter Trettwer): Caritasdirektor Dr. Magg (2. von links) mit seinen Mitarbeitern und den Besuchern

 

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